Weintour Frankreich

 

Unsere Weintour durch Frankreich war einfach sensationell. Mit Start in Nancy, weiter über Lyon und Dijon in die Provence. In Avignon haben wir leider kein Zimmer bekommen, was am Ende toll war, weil wir so in Chaeaneuf Du Pape gelandet sind. Dort gibt es im Ort tolles Restaurant das Le Pistou. Von Chateaneuf kommt man innerhalb von ca. 40 Minuten Autofahrt nach Gigondas, ein kleines, verschlafenes Dörfchen, in dem man - wie fast überall in Frankreich - hervorragenden Wein bekommt.

Nach 3 Tagen fahren wir weiter nach Malauncène um Phillippe zu besuchen. Den Wein von Phillippe habe wir bei Rach & Ritchy (dort gibt es meiner Meinung nach die besten Steaks ever!) kennen und lieben gelernt. Bezug über vinaturell oder in Hamburg über Ca-Vino (mercado Hamburg-Altona). Übernachtet haben wir bei Le Clos Saint-Michel. Ein wunderschöner Ort mit tollen Zimmern in Mitten von Weinbergen und Olivenbäumen. Ab 72€ pro Nacht im Doppelzimmer. Es kann ein ganzes Haus mit 4 Schlafzimmern gebucht werden wo es an wirklich nichts fehlt, neben einem Hauseigenen Pool (ein Traum!!) gibt es eine rießige Küche und ein wunderschönes Wohnzimmer mit Kamin. Bodentiefe Fenster können ebenerdig zur Terrasse geöffnet werden. Phillippe macht auf dem gleichen Gelände seinen Wein und macht bestimmt gerne eine Weinprobe mit euch! Und wenn ihr in Le Clos Saint-Michel wohnt, könnt ihr ja Gott sei Dank zu Fuß nach Hause gehen ;-). Von Malauncene ist man schnell am Mont Ventoux, ob mit dem Fahrrad erklommen oder mit dem Auto ist egal, ein Ausflug lohnt in jedem Fall. Im Ort können überall Räder für kleines Geld gemietet werden. 

Von dort ging es weiter ins Languedoc, wo wir direkt am canal du midi rhone in Poilhes wohnen in einem alten Genossenschaftsgebäude , welches zu einem Restaurant und Hotel / Ferienwohnungen umgebaut wurde. Unter deutscher Leitung ist ein toller Ort entstanden, das besondere an der Vinauberge ist, dass es dort mehrere 100 verschiedene Weine aus dem Languedoc gibt. Man kann im Restaurant essen und dann einfach durch die Regale streichen und sich die passende Flasche Wein aussuchen. Auf den ausgewiesenen Preis kommen beim Verzehr im Restaurant 6€ Korkgeld, was fair und recht ist.

 

Mein absolutes Highlight dort war der Besuch des Weingutes St. Eugene. Günter ist Pfälzer und seit Jahren im Languedoc und zaubert dort traumhafte Rotweine aber auch einen wirklich fantastischen Sauvignon Blanc und einen tollen Rosè. Ein Besuch auf dem Weingut lohnt sich und Günter wird sicher bei einer launigen Weinprobe einiges zu erzählen haben. Die Weine werden in penibelster Handarbeit einzeln verlesen, es wird daruf geachtet, dass keine einzige Traube vorher beginnt zu gären. Die Weinpalette reicht vom Alltagswein bis zur Luxusflasche. Auf dem Weingut kann man auch übernachten, sehr idyllisch, ruhig gelegen! Lohnt sich. Weinbezug direkt ab Weingut oder in Hamburg über Scarpovino.

Wer gerne Meeresfrüchte isst, sollte unbegingt einen Ausflug von Poilhes nach Gruissan zu La Perle Gruisanenaise machen. Nur ca. 30 Minuten von Poilhes entfernt werden die Austern und alles andere frisch aus dem Meer gefischt. Immer an der Küste und den berühmten Stelzenhäusern entlang könnt ihr es nicht verfehlen. Rustikal gemütlich geht es zu, es gibt alles was das Feinschmeckerherz begehrt und das für kleines Geld. Den passenden Wein aus der Region gibt es sowieso (Flasche Weiswein ab 7€!!, Eine Platte mit 12 Austern ca. 16€)

Sensationell lecker!

 

Nach 2 Tagen  im Languedoc müssen wir uns verabschieden, um weiter zu fahren ins Bordeaux. Dort treffen wir Freunde, die 1 Jahr vorher ausgewandert sind und freuen uns sehr, dass wir 5 schöne Tage zusammen verbringen können. Wir treffen auch die Cat-Gang wieder, die inzwischen gewachsen ist, neben Freddie & Riley gibt es inzwischen litte, cute Vincent Moon und Mimi Sunshine! Im Bordeaux ist auch gleich wieder alles ganz anders. Die Küche wird dominiert von Ente in allen Varianten, Foie gras, Pflaumen und Backpflaumen, alles sehr lecker. Zugegeben, mit Foie gras habe ich leichte bis mittelschwere ethische Probleme, daher habe ich mir das erspart, aber die Ente war sehr lecker. Wir genießen schöne Tage, an denen wir zusammen kochen, z.B. Entenbrust (what else?!?) mit karamellisierten, frisch!! vom Baum geernteten Feigen und selbsgemachten Pommes, dazu genießen wir eine Flasche St. Eugene Consul, den wir extra zu diesem Zweck aus dem Languedoc mitgebracht haben. Außerdem gibt es selbstgemachte Lobsterravioli mit einem Tomaten-Champagner-Sahne-Sößchen... delicius. Wir machen einen Ausflug zu Clos Figuers, einem sehr kleinen Weingut, leider auch nur innerhalb Frankreichs (kein Versand) und direkt ab Weingut zu beziehen.

Wir fahren außerdem zu Clos des Verdots wo wir wunderbare Weine kaufen.

Leider müssen wir uns nach 5 Tagen von Jean & Andy verabschieden :-((( was uns sehr schwer fällt, zu mal wir wissen, dass wir uns frühestens in 1 Jahr wieder sehen.

Thanks to Jean & Andy for this lovely days!!

Auf dem Rückweg nach Deutschland liegt noch die Champagne vor uns, und da 1.200 km an einem Stück einfach zu viel sind,  machen wir in Reims einen Zwischenstopp und übernachten. Es pielt der FC Bayern gegen Manchester City, was wir gerne sehen würden, also fragen wir und durch, wo wir Fußball gucken können und landen in einem Pub. Hier wird natürlich nicht der FC Bayern geschaut, weil (man merkt die Nähe zu Paris) Paris St. Germain gegen Benfica Lissabon. Schauen wir uns natürlich trotzdem an. Die Karte des Pubs ist beindruckend und wir stellen fest - muss so sein, schließlich sind wir in der Champagne, neben 3 weißen und 3 roten Weinen finden wir eine komplette Seite nur mit Champagner. Also versuche ich mit meinen mangelhaften Französischkenntnissen eine Flasche Champagner zu bestellen, die man bei uns in Deutschland nicht kaufen kann. Das klappt auch - blöderweise ist die gewüschte Flasche nicht gekühlt. Wir bekommen Pommery angeboten und ich versuche mit meinem Französisch zu erklären, dass wir gerne eine Flasche hätten, die es bei uns nicht gibt. Leider versteht der Besitzer des Pubs kein Wort Englisch, ruft aber eine junge Fau zur Hilfe, die dort Stammgast ist. Also erkläre ich was wir bezwecken und was tut diese fremde Frau?!? Sie hält mir doch tatsächlich ihr Glas hin und sagt "try this, you`ll love it, it`s just 2.000 bottles per year". Also probiere ich und bin begeistert. Wir erfahren, dass das Champagnergut im Ort Èpernay liegt, nur gut 30 km entfernt - das schaffen wir morgen früh bevor wir in Richtung Heimat aufbrechen. Bei der jungen Frau haben wir uns mit einem weiteren Glas Champagner für diese unglaubliche Gastfreundschaft bedankt.

 

Am nächsten Morgen brechen wir auf nach Èpernay und werden schnell fündig, sind auf dem Weg aber beeindruckt, alles was bei Champagner Rang und Namen hat findet sich rechts und links des Weges.

 

 

 

Wir kommen aber endlich zu Leclerc Briant, eher klein, sehr fein und unwahrscheinlich nett werden wir empfangen und dürfen verkosten - ich musste leider an diesem Tag fahren ;-( aber wir haben ein paar Flaschen mit nach Hause genommen. Der Champagner ab Gut ist auch bezahlbar und beläuft sich ab ca. 18€ aufsteigend pro Flasche. Ein feiner Champagner mit einem leichten Geschmack nach grünen Granny Smith Äpfeln.. ich liebe es! Und wir haben in Hamburg doch tatsächlich einen Laden gefunden, der diesen Champagner hat. Nun gehen wir - wenn unser Vorrat zu Ende geht - wohl immer zu Wine & Boules in die Schanze oder beziehen direkt ab Champagnergut, dann wird der Flaschenpreis allerdings höher.

Nach 3 Wochen haben wir reichlich Schätze mitgebracht und unglaublich viel gesehen. Wir haben tolle und interessante Menschen kennengelernt, einige Weingüter besucht und viele neue, leckere Weine entdeckt. Danke an "The George" für eine tollen Fußballabend! In der Champagne hatten wir viel Spaß. Fußball im Pub gucken und dabei Champagner trinken war ungewohnt, aber sehr schön! Und die Franzosen waren alle unglaublich nett. Wir kommen auf jeden Fall wieder! Danke für einen wundervollen Urlaub in einem wunderschönen Land!